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JAPANISCHE HANDWERKSKUNST

Ein Einblick in die bereichernde Welt des traditionellen japanischen Kunsthandwerks

Wir bei CHARMANT sind stolz auf unsere japanischen Wurzeln und die Kultur, mit der unser Heimatland die Welt seit Jahrhunderten bereichert.

Filigrane Keramik, hochwertige Messer und Werkzeuge, beeindruckende Bambus- und Holzarbeiten und viele andere Dinge, die aus Japan stammen, genießen weltweit hohes Ansehen für die Vollendung und Hingabe, mit der sie hergestellt werden. Die jahrhundertealte Tradition, die sich hinter den meisten japanischen Kunsthandwerken verbirgt, hat auch in unserer heutigen Hightech-Welt noch Bestand.

 

     

    Um dem Aussterben wertvoller Handwerkskünste aufgrund der zunehmenden Industrialisierung entgegenzuwirken, entstanden in Japan bereits Mitte des letzten Jahrhunderts verschiedene Bewegungen, die handgefertigten Objekten zu neuer Wertschätzung verhalfen. Seit den 1950er Jahren tragen auch zahlreiche Regierungsinitiativen zur Erhaltung dieses einzigartigen handwerklichen Erbes bei, in dem fast ausschließlich mit regionalen Rohstoffen gearbeitet wird.

    In diesem Artikel sehen wir uns ein paar dieser Kunstfertigkeiten etwas genauer an.

    KINTSUGI – DIE KUNST DER REPARATUR JAPANISCHER KERAMIK

     

    Japanische Keramik ist weltweit beliebt. Kintsugi, die traditionelle Methode zur Reparatur von gebrochener Keramik, zeugt nicht nur von großer Kunstfertigkeit, sondern bietet auch einen tiefen Einblick in die Wertschätzung von Dingen in Japan.

    Kintsugi versucht nicht, die augenscheinlichen Makel der Reparatur zu verbergen. Vielmehr werden sie durch die Verwendung von Gold- oder Silberpigmenten im Lack in den Vordergrund gerückt, wodurch eine völlig neue Schönheit und Wertschätzung des ursprünglichen Objekts entsteht.

    Zerbrochene oder gesprungene Keramiken werden in einem mehrstufigen und langwierigen Prozess wiederhergestellt. Zu diesem Zweck wird das japanische Lack Urushi in mehreren Schichten aufgetragen, wahlweise mit goldenen oder silbernen Pigmenten bestäubt und anschließend poliert.

     

     

    Die einst zerbrochenen Teile werden wieder zusammengefügt und ergänzen sich in einem neuen Ganzen, das in den meisten Fällen der Schönheit des Originals in nichts nachsteht.

    Die Ästhetik hinter Kintsugi ist Wabi-Sabi. Das bedeutet so viel wie die Schönheit im Vergänglichen, Alten oder Fehlerhaften zu sehen und zu verstehen. Eine einmal zerbrochene Teeschale ist nicht weniger wertvoll als eine makellose, neue Schale. Tatsächlich verleiht die komplexe Restaurierung der Schale einen einzigartigen Wert, der kaum zu messen ist.

    Eine alte Tradition wie sie zeitgemäßer nicht sein könnte, denn im Grunde geht es bei Kintsugi um topaktuelle Themen wie Nachhaltigkeit und die Kunst des Upcyclings.

    SHODO – DIE KUNST DER JAPANISCHEN KALLIGRAPHIE

     

    Kurz vorweg: Die Silbe „do“ steht im Japanischen für einen „Weg“, den jemand im Leben beschreitet - Shodo steht für den „Weg des Schreibens“.

    Wahrscheinlich hast Du schon einmal irgendwo die typisch japanischen Kanji-Zeichen gesehen. Für die Japaner sind sie weit mehr als nur einfache Buchstaben, denn das Schreiben der Kanji-Zeichen wird in Japan als wahre Schreibkunst angesehen. In Shodo bestimmen nicht nur Form und Design die Bedeutung der Kanji-Zeichen, sondern auch die Farbintensität, die je nach Variation der Tuschekonsistenz erzielt wird.

    Es gibt sogar genaue Vorgaben für die Körperhaltung beim Schreiben. Hierbei ist zum Beispiel die Höhe des Tisches im Verhältnis zum Stuhl wichtig und wie der Pinsel gehalten wird. Wie das Schwert für einen Schwertkämpfer die Erweiterung seines Körpers darstellt, gilt in der Kalligraphie der Pinsel als Erweiterung der Hand. Man wird sozusagen eins mit dem Pinsel.

    Und auch die innere Haltung spielt beim Shodo eine wesentliche Rolle, denn auch wenn die Abfolge der Bewegungen für jedes Kanji-Schriftzeichen exakt vorgegeben ist, unterscheidet sich jedes Werk im Detail durch die geistige Haltung desShodo-Meisters zu dem Zeitpunkt, wenn er das Kanji-Zeichen niederschreibt.

     

    Nicht selten dient die Kunst des Schreibens sogar der Meditation. Das traditionelle eigenhändige Anmischen der sogenannten Sumi-Tusche auf dem speziellen Tusche-Reibstein soll den Geist auf die bevorstehende Aufgabe vorbereiten: dem Kreieren eines einzigartigen Schriftzeichens auf leerem Papier. Zudem wird der Atemrhythmus eins mit der jeweiligen Tätigkeit: Die Einatmung begleitet das Aufnehmen der Tusche und Ansetzen des Pinsels, während das Ausführen des Pinselstriches mit dem Ausatmen erfolgt.

    Einmal zu Papier gebracht, kann eine Bewegung nicht mehr rückgängig gemacht werden, denn Korrekturen sind weder möglich noch vorgesehen. Somit erlangt jeder Strich und jeder Schwung eines Kanji-Zeichens besondere und individuelle Noten des jeweiligen Shodo-Meisters.

    In der japanischen Kalligraphie wird die Tusche vorzugsweise auf sogenanntes Washi-Papier aufgetragen.

     

    WASHI - DIE TRADITION DES JAPANISCHEN PAPIERS

     

    Washi ist handgeschöpftes Papier aus Japan, das trotz seiner dünnen Beschaffenheit sehr reißfest und langlebig ist. Die Idee der Nachhaltigkeit stand bei der Herstellung von Washi schon immer im Vordergrund: Langlebigkeit statt Wegwerfartikel ist hier die Devise. Das Washi-Papier verdankt seine lange Haltbarkeit seinen Fasern, die länger sind als die in Druckpapier. Es gibt heute einige alte Schriften auf Washi, die im 8. Jahrhundert verfasst wurden und sich noch in gutem Zustand befinden!

    Japanpapier, wie man Washi auch nennt, wird nicht nur in der japanischen Kalligraphie verwendet, sondern beispielsweise auch zur Herstellung von Lampenschirmen, Schiebetüren (Shoji) und sogar Vorhängen. Einige Designer haben die traditionelle Verwendungsart aufgegriffen und sie der modernen Ästhetik angepasst.

    Japan hatte vor 1.400 Jahren die Papierherstellung zunächst aus China übernommen. Dann, im 8. Jahrhundert, wurde das Washi-Herstellungsverfahren als neue Papierherstellungsmethode entwickelt.

    Die Herstellung von Washi ist zeitaufwendig und komplex. Sie kann grob in drei Arbeitsschritte unterteilt werden: Kozo ernten, Kamiso herstellen und Papier schöpfen.

     

     

    1. Kozo ernten und trocknen

    Die Quelle des für die Papierherstellung verwendeten Materials ist der Maulbeerbaum, der auf Japanisch Kozo genannt wird. Nach der Ernte wird die Pflanze einige Stunden über Dampf aufgeweicht. Nachdem die Rinde vom Baum geschält und in der Sonne getrocknet wurde, wird sie einen ganzen Tag in klarem Quell- oder Flusswasser gebleicht, um Gerbsäure zu entfernen. Dann wird die schwarze äußere Rinde entfernt, so dass nur die helle innere Rinde übrig bleibt.

    2. Kozo kochen und Kamiso gewinnen

    Im nächsten Schritt wird die Masse in einem großen Kessel gekocht, wobei die verwickelten Fasern aufgeweicht und entwirrt werden. Sie ergrauen dabei und müssen nun in klarem Wasser gereinigt werden. Anschließend werden die Fasern mit einem Holzstab mehrere Stunden lang bearbeitet. Der daraus gewonnene Stoff ist weich wie Baumwolle und heißt Kamiso.

    3. Papier von Hand schöpfen

    Nachdem Kamiso, Wasser und das natürliche Bindungsmittel Maniok-Bisameibisch in einem großen Becken vermischt wurden, wird die Masse mit Hilfe eines Schöpfrahmens und rhythmischen Bewegungen auf die gewünschte Papierstärke geschüttelt. Das nun fast fertige Papier wird mit schweren Gewichten gepresst und in der Sonne getrocknet.

    Nun ist das Washi-Papier fertig!

    WERTE

     

    Man kann viel von den Menschen lernen, die hinter dem japanischen Kunsthandwerk stehen. Es geht um eine gewisse Lebenshaltung und Werte wie Geduld, Sorgfalt, Hingabe und eine kompromisslose Herangehensweise an das eigene Handeln.

    Trotz oft jahrzehntelanger Erfahrung verbindet alle der Wille zum lebenslangen Lernen und zur kontinuierlichen Verbesserung - vielleicht weil Perfektion auch Stillstand bedeutet.

    Darüber hinaus zeigen uns diese erfahrenen Handwerker den respektvollen Umgang mit Ressourcen und erinnern uns daran, bewusstere Entscheidungen über die Dinge zu treffen, mit denen wir uns täglich umgeben möchten.

     

    Übrigens...

     

    Auch der Herstellungsprozess unserer CHARMANT-Brillen erfolgt zu einem großen Teil von Hand. Wir arbeiten mit viel Herzblut und Hingabe an jedem Detail, wobei unser spezialisiertes Wissen und unser handwerkliches Geschick in jedes Einzelteil miteinfließen.

     

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