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DIE GESCHICHTE DER BRILLE

Wie aus einem Lesestein ein Mode-Accessoire wurde

History of glasses

Seit Anbeginn leiden Menschen unter Fehlsichtigkeit.
Doch wann wurde die erste Brille entwickelt, um diesem Problem Abhilfe zu schaffen?
Und wer hat die Brille überhaupt erfunden?

Begeben wir uns gemeinsam auf eine Zeitreise…

WIE ALTERSWEITSICHTIGE MÖNCHE WIEDER ZUM LESEN KAMEN


So richtig begann die Geschichte der Brille mit der Veröffentlichung des Buches „Schatz der Optik“. Der aus Kairo stammende Mathematiker, Meteorologe und Astronom Abi Ali al-Hasan ibn al-Haitham (ca. 965-1040), der später in Europa als Alhazen bekannt war, beschrieb in seinem Werk die Verwendung von Glaskörpern zur Vergrößerung kleiner Dinge.

 

Richtig ins Rollen kam die weitere Brillenentwicklung, als der „Schatz der Optik“ 1240 ins Lateinische übersetzt und so für eine breitere Zielgruppe verständlich wurde. Begeistert von Alhazens Erkenntnissen, begannen Mönche in Westeuropa mit der Entwicklung einer Sehhilfe. Der Lesestein, eine halbkugelförmige Linse aus Berylle, einem Bergkristall, und Quarz, war geboren. Er konnte direkt auf die zu vergrößernden Zeilen gelegt werden und half so altersweitsichtigen Mönchen dabei, ihre Schriften wieder lesen zu können.

Wie ihr vielleicht erahnen könnt, entstand so auch der Begriff „Brille“, welcher sich von „Berylle“ ableitet. Der Lesestein war den Mönchen schon einmal eine große Erleichterung, aber von der Brille, wie wir sie heute kennen, war er natürlich noch weit entfernt.

DIE NIETBRILLE, EIN DURCHBRUCH IN DER BRILLENENTWICKLUNG


Die Geschichte führt uns nun weiter nach Italien, genauer gesagt nach Murano, einer kleinen Insel nördlich von Venedig, die lange Zeit als Mekka der Glasherstellung galt. Die Cristalleri, so nannte man die Glasmacher, mussten sich für die Glasherstellung regelrecht aufopfern. Um das Geheimnis der Herstellung des weißen Glases zu hüten, war es ihnen untersagt, die Insel zu verlassen. Wer dies doch tat, wurde hart bestraft.

Ende des 13. Jahrhunderts war es soweit: die italienischen Glasmacher schliffen zwei konvexe Linsen (für Weitsichtige), fassten diese in einen Ring aus Holz mit Stiel ein und befestigten beide Teile miteinander durch eine Niete.

Die Erfindung der sogenannten Nietbrille markiert einen ersten Durchbruch in der Entwicklung der Brille, wie wir sie heute kennen. Zwar verfügten diese Modelle noch über keine Bügel oder andere Befestigungsmechanismen, aber man konnte sie sich vor die Augen halten.

Im Laufe der Zeit optimierten die Glasmacher ihr Produkt. Sie schliffen die Linsen flacher, um das Sehfeld zu erweitern, setzten die Gläser in eine Fassung und ersetzten die Stiele der Nietbrille durch einen Bogen. Die Bügelbrille war geboren.

OHNE MÜTZE KEINE BRILLE – WIE BRILLENHALTERUNGEN ENTWICKELT WURDEN


Mit der Erfindung des Buchdrucks im Jahre 1445 durch Johannes Gutenberg, nahm die Entwicklung der Brille aufgrund einer rasant steigenden Nachfrage Fahrt auf. Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der Entwicklung der Brille war die Erfindung der Mützenbrille im 15. Jahrhundert.

Die Mützenbrille zeichnet sich dadurch aus, dass sie mithilfe einer Metallkonstruktion an einer tiefsitzenden Mütze befestigt wird und so von oben herabhängt. Diese Konstruktion wurde im 16. Jahrhundert weiterentwickelt. Die Stirnreifenbrille entstand, wodurch das Tragen einer Mütze nicht mehr nötig war, da die Brille mittels eines Metallreifens direkt am Kopf befestigt werden konnte.

Ebenfalls im 16. Jahrhundert entstand mit der Entwicklung des Monokels eine Weiterentwicklung des Lesesteins, die in Mode kam. Etwa zeitgleich wurde der sogenannte Zwicker entwickelt. Hier wurden die beiden Gläser mittels eines Federbügels aus Eisen oder Kupfer verbunden. Dieser Bügel war zwar mit einem Lederpolster versehen, verursachte aber trotzdem einen unangenehmen Druck auf dem Nasenrücken.

So entstand schließlich zum Ende des 16. Jahrhunderts die Fadenbrille, bei welcher mittels eines Fadens die Brille hinter den Ohren befestigt wird. In manchen Teilen Asiens wird die Fadenbrille noch heute getragen.

Im 18. Jahrhundert entstand das Lorgnon. Dieses zeichnete sich durch einen Stiel aus, den man zum Vorhalten verwendete. Besonders beliebt war das Lorgnon in der Damenwelt.

OHREN ALS NATÜRLICHE HALTEHILFEN & MEHR TRAGEKOMFORT – DIE BRILLE, WIE WIR SIE HEUTE KENNEN

Erst Anfang des 18. Jahrhunderts entstand die Idee, die Ohren als Halterung zu verwenden. So wurde die Ohrenbrille, auch Schläfenbrille genannt, entwickelt und damit das bewährte Brillenkonstrukt, wie wir es heute kennen und schätzen.

Natürlich gab es bei diesem Modell im Laufe der Jahre Optimierungsbedarf. So wurde der Tragekomfort durch bessere Bügel, Nasenauflagen und leichtere Materialien im Laufe der Jahrhunderte immer weiter verbessert. Ein Forschungsgebiet, das für CHARMANT auch heute noch einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Unser Ziel ist es, unseren Kund*innen mit unseren Brillenkollektionen den höchstmöglichen Tragekomfort zu bieten, der auf dem Markt zu finden ist.

 

WEITERE ENTWICKLUNGEN RUND UM DIE BRILLE


Übrigens, auch bei den Brillengläsern gab es natürlich spannende Entwicklungen im Laufe der Jahrhunderte. Erst im 16. Jahrhundert wurden konkave Gläser gegen Kurzsichtigkeit geschliffen.

Die Erfindung der ersten Gleitsichtbrille geht tatsächlich auf den ehemaligen US-Präsidenten Benjamin Franklin zurück. Er störte sich daran, dass er ständig zwischen seiner Fern- und Lesebrille wechseln musste, weshalb er im Jahre 1784 auf die Idee kam, sich in seine Fassung jeweils ein Glas für die Kurzsichtigkeit und ein Glas für die Weitsichtigkeit einsetzen zu lassen. Deshalb werden bifokale Gläser auch heute noch als Franklin-Gläser bezeichnet.

UND WIE ENTSTANDEN SONNENBRILLEN?


Im 18. Jahrhundert wurden Brillen zunehmend zum Schutz vor der Sonne eingesetzt. Allerdings konnte man erst nach dem 2. Weltkrieg beweisen, dass UV-Strahlung durch Sonnenlicht schädlich für unsere Augen ist. Zur Auswirkung von UV-Strahlung auf unsere Augen haben wir bereits einen Blog-Artikel verfasst. Wenn dich das Thema interessiert, kannst du hier mehr erfahren.

 

EINE BEEINDRUCKENDE ZEITREISE DURCH DIE ENTWICKLUNGSGESCHICHTE VON BRILLEN


Wie könnte es anders sein: Auch CHARMANT-Gründer Kaoru Horikawa selbst ist fasziniert von der Entstehungsgeschichte der Brille und besitzt eine stolze Sammlung historischer Brillen, die in einem eigenen kleinen Museumsraum in unserer japanischen CHARMANT-Zentrale ausgestellt sind. Das Betrachten der Exponate gleicht ebenfalls einer beeindruckenden Reise durch die Zeit.


Es ist erstaunlich, wie sich eine Sehhilfe über die Jahre zu einem wahren Mode-Accessoire gemausert hat. Eines, das zu tragen keine lästige Pflicht mehr ist, sondern Spaß bringt und Gesichter tatsächlich schmückt.

Bildquellen: CHARMANT-Museum, Shutterstock, Pixabay & iStock

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